Camping

Der Begriff Camping umfasst eine relativ breite Spanne an Tätigkeiten. Campen beginnt bei Survival-Touren, bei denen vielfach nur eine geringe Überlebensausrüstung oder gar nur die am Körper befindliche Kleidung mitgeführt wird. Es geht weiter über einfaches Zelten in der freien Natur, bei dem der Camper nur einfache Hilfsgegenstände wie ein Zelt, einen Schlafsack, Kochgeschirr und einfache Werkzeuge wie Taschenmesser und ähnliche Dinge mitführt. Das normale, heute populäre Campen umfasst das Übernachten auf einem Campingplatz mit einem Zelt oder Wohnwagen beziehungsweise Wohnmobil, bei dem alle rudimentären Dinge des täglichen Lebens einschließlich der Versorgung mit Strom und Wasser vorhanden sind. Die Extremform des Campens umfasst das Verbleiben auf einem Campingplatz, der neben den vorstehenden Dingen auch noch Annehmlichkeiten wie einen Fernsehanschluss, Supermärkte, Restaurants oder eigene Schwimmbecken bietet.

Camping kann als Tätigkeit alleine (= der reine Aufenthalt in der Natur) durchgeführt werden, oftmals wird es aber mit anderen Sportarten oder Beschäftigungen wie Angeln, Schwimmen, Wandern, Sightseeing oder Grillen verbunden.

Als Sonderformen des Campens sind einerseits das Dauercampen und andererseits der Verbleib in Camps zu bezeichnen. Beim Dauercampen hat sich der Camper mit seinem Wohnwagen dauerhaft auf einem Campingplatz niedergelassen und besucht diesen in der Regel auch mehrmals im Jahr beziehungsweise verbringt dort längere Zeitabschnitte. Als Camp wird hingegen eine ortsfeste Einrichtung bezeichnet, die zwar provisorischen Charakter hat, dennoch nicht im eigentlichen Sinne mit dem Camping zu vergleichen ist, da in der Regel feste Behausungen als Nachtlager verwendet werden.

Geschichte des Campens

Camping entstand Anfang des 20. Jahrhunderts, als nach dem Ersten Weltkrieg der Aufschwung mit den Goldenen Zwanzigern Einzug in Deutschland hielt. Erstmals konnte sich der Normalverbraucher Urlaub leisten, zuvor hatten Arbeitnehmer keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Es lag nahe, in der freien Natur kostengünstig zu regenerieren. Man campte relativ einfach, mit Zelten und einfachen Gegenständen zur Erholung wie Faltbooten. Es entstand die sogenannte „Wochenendbewegung“ [1].

Durch den Zweiten Weltkrieg wurde die Entwicklung unterbrochen, erst nach Kriegsende und mit dem einsetzenden Wirtschaftswunder konnte sich die breite Masse wieder Urlaub leisten. Erstmals wurden Pkws umgebaut und mit Campingutensilien ausgestattet. Der im Jahr 1931 erfundene Wohnwagen trat seinen Siegeszug an. Es entstanden Begriffe wie „Stoffvilla“ oder „Haus am Hacken“ [1]. In den 1960er Jahren begann sich die Industrie auf Camping zu spezialisieren. Es wurden extra angefertigte Fahrzeuge wie der VW-Bus produziert, das Camping wurde technisiert und durch Neuerungen wie die Bordtoilette komfortabler. In den letzten Jahrzehnten wurde die Palette der Angebote stetig ausgebaut, sowohl was die Anzahl der Campingplätze als auch die Hersteller von Fahrzeugen und Ausrüstung anbelangt.



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